Montag, 9. November 2009

Der heilige Geist mal anders

Heute habe ich eine Kommunionstunde für 4 Kinder gehalten. Meine Frage war, was sind Heilige?

Darauf die Antwort: Sowas wie der Heilige Geist, aber die sitzen nicht am Sonntag auf dem Altar.

Sonntag, 8. November 2009

So langsam...

...kann ich keine Spendenaufrufe oder Hirtenbriefe, die die Predigt ersetzen, mehr hören. Heute zwei Stück, beide nichtssagend und nervig. Und nächsten Sonntag dann wieder... Und dabei sitzt mir das Hirtenwort zur Bundestagswahl doch noch in den Knochen. Es reicht!!! Ein Aktionsbündnis muss her:

Rettet die Predigt in der Sonntagsmesse!!! (Und lest die Hirtenworte und Spendenaufrufe nach der Messe oder bei den Vermeldungen oder sonstwo!)

Im Zeitschriftenfachhandel

Heute am Bahnhof einer durchschnittlichen deutschen Universitätsstadt im Zeitschriftenfachhandel:

Ich: Haben Sie denn das Vatican-Magazin.
Der Verkäufer: Ja, das steht bei den Frauenzeitschriften neben der "Bella". Momentan ist es aber nicht da.
Ich: Warum steht das denn bei den Frauenzeitschriften?
Er: Ja, das lesen doch nur Frauen, oder?

Samstag, 7. November 2009

Eibingen und die Fragen des Lebens

Heute war ich mit einem Consemester, der mir immer mehr zum Freund wird, in der Abtei St. Hildegard/ Eibingen. Es war wunderschön, die sphärischen Stimmen, die durch die Kirche die Psalmen der Sext sangen - gibt es etwas schöneres, etwas engelsgleicheres als lateinischen Choral? Das Aufstehen, sich setzen im gleichmäßigen Takt, die gepannte Haltung vorm Heiland,... Das Chorgebet ist mir in der Zeit in Mariendonk Heimat gewesen, in allen Stürmen. Umso mehr hat mich eine Aussage des Freundes ans Denken gebracht: "Ich weiß nicht, ob Du nicht doch ins Kloster zurückgehen wirst, früher oder später. Du wirktest so glücklich!"

Ja, ich war glücklich, und dennoch wusste ich, dass es nicht SEIN Wille ist.

Ungeteiltes Herz

"Dein Wort dringt in die Welt hinaus,
und ich hör Dich,
wie Du mich rufst dir treu zu sein,
dir zu vertrauen
lass jede Faser meiner Seele,
deinem Ruf folgen, Herr
ich will dich vor mir sehen,
auf deinen Wegen gehen.

Gib mir ein ungeteiltes Herz
nur dir will ich gehörn,
zeige mir wie Du wirklich bist,
und was dein Plan für mich ist
ich will dir folgen Herr, mit aller Kraft und Leidenschaft,
gib mir ein ungeteiltes Herz!"

A. Frey

Freitag, 6. November 2009

Gebet für unsere Kirche!

"Da möchte ich täglich lauter beten: Herr, schlag’ dazwischen, trommle uns so lange auf das Dach unserer ecclesia [Kirche] noch weithin dormiens [schlafend], bis wir wirklich wieder in Leid und Not reifen zur großen Völkerkirche. – Herr, schenk uns weitschauende, große Führer! Apostel, Menschen mit Deiner Glut und Sendegewalt!"

Sel. Karl Leisner im Jahre 1938 (!!!)

Donnerstag, 5. November 2009

Novemberstimmung

Zur Zeit sitze ich am Fenster in der Bibliothek und genieße die Stunde Freizeit, die bis heute Abend gegen 21 Uhr wohl die letzte bleiben wird. Der Himmel ist ganz grau und nur einzelne Strahlen der Sonne dringen, vielleicht als milde Erinnerung an den Sommer, noch hervor. Das Laub versucht, gegen das Grau zu leuchten in seiner golden-bronzenen Colour, die bisweilen von flammendem Rot durchbrochen wird. Es gelingt kaum, doch bedecken die gefärbten Blätter der Toten friedliche Ruhe, deren Gräber ich von hier aus schauen kann. Ganz verwittert scheinen sie, und vereinzelt stehen weiße Rosen und Lilien auf ihnen, ein Zeichen der Verbindung mit Lebenden, die man so selten dort sieht.

Ein Grab ist frisch ausgehoben, die braune Erde bildet einen Schacht in eine ungenaue Zukunft, die wir hiesigen doch garnicht durchschauen können, von der wir nur eine Ahnung haben. In der hintersten Ecke steht eine alte, verkrümmte Frau und schaut auf das Grab, auf dem die schon verrotteten Kränze lustlos liegen. Wie lang wird sie bleiben, was geht in ihr vor? Bedenke, Mensch, Staub bist Du und zum Staube kehrst Du zurück.

Verborgen hinter den Bäumen steht ein großer, steinerner Engel. Unverwandt schaut er auf das, was um ihn herum geschieht. Wie viele Beerdigungen er wohl schon gesehen hat? Wie viele Menschen vor ihm um die Gnade eines Gottes, den sie sonst belächeln, voll Verzweiflung gefleht haben. Man merkt ihm an, wie fremd und wie vertraut er doch ist, welche Spannung in ihm steht. Die Flügel, die als Hort der Sicherheit Hoffnung spenden, das Schwert, das ans Gericht erinnert... Seine Geschichte könnte gewiss Bücher füllen, die doch niemals geschrieben werden, die doch niemand lesen wollte...